Die manuelle Lymphdrainage wurde vom dänischen Physiotherapeuten Emil Vodder entwickelt. Er arbeitete vor rund 50 Jahren in Cannes (Südfrankreich) in einem Institut für physikalische Therapie. Dort beobachtete er, dass Kurpatienten mit chronischen Erkältungskrankheiten oft stark geschwollene Lymphknoten am Hals aufwiesen. Vodder massierte – entgegen der damaligen Lehrmeinung – die vergrößerten Halslymphknoten eines jungen Mannes mit vorsichtigen Dreh- und Pumpbewegungen. Der junge Mann wurde gesund. Aus dieser Erfahrung heraus entwickelte Vodder die manuelle Lymphdrainage.

Das Prinzip

Mit Hilfe der Lymphdrainage sollen die Lymphgefäße dazu angeregt werden, überschüssige Gewebsflüssigkeit abzutransportieren. Um dies zu erreichen, wird bei der Lymphdrainage mit sanftem Druck das Unterhautgewebe massiert.

Hierfür stehen verschiedene Griffe zur Verfügung:

• Kreisbewegungen
• Pumpgriffe mit Hilfe von Daumen und Finger
• so genannte Schröpfgriffe
• Drehgriffe, bei denen die Haut gegen die Unterhaut verschoben wird

Anwendungsgebiete

Die Lymphdrainage eignet sich vor allem für Beschwerden, bei denen es zu Stauungen (Ödemen) von Lymphe oder Wasser im Gewebe kommt, zum Beispiel:

• Aktivierung des Immunsystems
• Lymphödeme
• Ödeme bei rheumatischen Erkrankungen
• Schwellungen nach Verletzungen
• Ödeme infolge einer Krebserkrankung, bes. nach Lymphknotenentfernung

Außerdem wird die Lymphdrainage bei folgenden Erkrankungen regelmäßig angewandt:

• Atemwegserkrankungen mit starker Verschleimung
• Nervenschmerzen
• Migräne